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Editorial
Über den Pazifismus, den Ruf des Muezzins und einen Pfarrer, der heiratet

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vom 25.08.2026
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Matthias Drobinski (Foto: Ute Victor)als ich 1983 den Kriegsdienst verweigerte, schien klar: Ein Krieg zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt würde im Atomkrieg enden, da wollte ich nicht mitmachen. Heute fallen mir die Antworten schwerer: Ich finde es richtig, die von Russland angegriffene Ukraine auch mit Waffen zu unterstützen (da streiten wir in der Redaktion). Ich bin aber alarmiert, wenn auf einmal selbstverständlich von gerechten Kriegen die Rede ist: Krieg ist und bleibt ein Unrecht, das allenfalls in Kauf zu nehmen ist, um schlimmeres Unrecht zu verhindern. Ich zweifle, bin zerrissen; eindeutige Pazifisten und überzeugte Bellizisten (um es mal zu vereinfachen) haben es da leichter. Wo bitte geht’s zum Frieden?

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 16/2026 vom 28.08.2026, Seite 3
Frieden um jeden Preis?
Frieden um jeden Preis?
Margot Käßmann und Stephan Anpalagan über Pazifismus, Aufrüstung und Verantwortung
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Umso mehr freue ich mich, dass Margot Käßmann und Stephan Anpalagan sich auf ein Streitgespräch eingelassen haben: Die ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche ist und bleibt Pazifistin, der Publizist und evangelische Theologe Stephan Anpalagan hat seine Kriegsdienstverweigerung widerrufen und sich zur Reserve bei der Bundeswehr gemeldet. Die beiden diskutieren engagiert, aber mit großem Respekt vor der jeweiligen Gewissensentscheidung. Sie erzählen von sich und ihren Prägungen, niemand haut dem anderen die eigene Wahrheit wie einen nassen Lappen um die Ohren. Das macht dieses Gespräch so außergewöhnlich.

Dem inneren Frieden im Land dienen zwei Projekte, über die Paul Kreiner berichtet: In Bayern und in Baden-Württemberg gibt es eine Islamberatung, die Städten und Gemeinden im Umgang mit örtlichen Moscheevereinen hilft: Welche Gruppen sind vertrauenswürdig und verlässlich, was ist, wenn eine Gemeinde eine Moschee bauen möchte – und dann noch der Muezzin öffentlich zum Gebet rufen soll? Eine oft konfliktreiche und mühsame Arbeit. Aber eine, die sich lohnt, gerade in einer Zeit wachsender Islamfeindschaft.

Michael Schrom war mittendrin, als der Pfarrer seiner Heimatpfarrei in Oberursel erklärte, er werde sein Amt aufgeben und die Frau heiraten, mit der er schon seit vielen Jahren heimlich zusammen sei. In einem persönlichen Text schreibt er über Tränen und Applaus, die Ambivalenz solcher Offenbarungen – und über den verpflichtenden Zölibat, die Ursache von so viel Doppelleben, ungelebtem Leben, Leid.

Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre!

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Personalaudioinformationstext:   Matthias Drobinksi ist Chefredakteur von Publik-Forum.
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