Nordirland
Der Irrgarten des Friedens
Die Troubles – der Name klingt fast harmlos für das, was gemeint ist: Jahrzehnte Bürgerkrieg zwischen katholischen Nationalisten und protestantischen Loyalisten, mehr als 3000 Tote. 1998 brachte das Belfast-Abkommen die Wende. Und dann pflanzte jemand Bäume. Der Anthropologe und Landschaftsgestalter Beverly Lear ließ im Dezember 2000 rund 6000 Eibenbäume setzen. Menschen aus ganz Nordirland machten mit. Gemeinsam schufen sie eine Hecke, deren Wege sich über mehr als drei Kilometer ziehen. Anderthalb Meter ist die Hecke hoch, und damit niedrig genug, um nach dem Weg zu fragen. Genau das ist die Idee dahinter: Im Castlewellan Peace Maze darf man sich verirren und um Hilfe bitten. Wer gemeinsam mit anderen die Mitte erreicht hat, greift zur Friedensglocke und läutet sie. Besser lässt sich der Weg in eine friedliche Zukunft nicht zeigen. Nicht nur für Nordirland.

