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Der letzte Christ im Dorf

Sachsen-Anhalt: Wie Gottesdienste ohne Pfarrer gelingen
von Bettina Röder vom 25.06.2010
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Peseckendorf in Sachsen-Anhalt hat noch einen einzigen Christen. Der ist evangelisch. Er staunte nicht schlecht, als eines Tages sage und schreibe 19 Menschen aus seinem kleinen Ort in der Magdeburger Börde in der Kirche saßen. Und zwar in »seinem« Gottesdienst, den er selbst gehalten hatte. Denn die Organisatoren eines regionalen Kirchentages in Egeln – in der Region gehören etwa 13 Prozent noch zur Kirche – waren auf die Idee gekommen, nicht nur zu einem zentralen Abschlussgottesdienst einzuladen. Jede der umliegenden Gemeinden sollte auch zur gleichen Zeit einen Gottesdienst halten. »Das waren 125 Gemeinden, wir hatten aber nur 42 hauptamtliche Mitarbeiter, von Pfarrern ganz zu schweigen«, sagt Pfarrerin Anne Bremer aus Aschersleben. Also mussten weitere 83 ehrenamtliche Helfer her, die sich bereitfanden, auch einen Gottesdienst zu halten. Sie meldeten sich schnell: vom Konfirmanden bis hin zur Rentnerin, von der Sozialarbeiterin bis zum Dreher. Und dann war da auch noch der einzige Christ aus Peseckendorf mit 19 Gottesdienstbesuchern aus dem Dorf, die nichts mit Kirche am Hut hatten. »Sonst«, sagt Anne Bremer, »kommen die Besucher der Jugend-Bildungsstätte aus dem Schloss.«

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