Was lockt Christen in die AfD?
Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg erreichte die Südwest-Presse in Ulm ein bemerkenswerter Leserbrief. Unter der Überschrift »Wen soll ein Christ wählen?« folgten Entscheidungshilfen auf Grundlage der Bibel. Der Schreiber führte zunächst aus, dass Christen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen sollten, dass es in einem pluralistischen Staatssystem keine rein christliche Politik geben könne, dass es christlich sei, sich politisch zu engagieren, für Politiker zu beten und jene Partei zu wählen, die in ihrem Programm den Geboten Gottes am nächsten steht. Bis dahin könnte dies wohl jeder Bischof und jede Bischöfin unterschreiben. Dann aber kommt es: »Ein Christ wird mit Trauer bemerken, dass sich die Parteien immer weiter von Gottes Geboten entfernt haben (Stichwort: Abtreibung, Homo-Ehe, Gender-Ideologie, Freigabe der Gotteslästerung, Anerkennung der Prostitution als Beruf, zunehmende Islamisierung unseres Landes). Besonders traurig: Auch die CDU hat unter Angela Merkel einen massiven Linksruck hin zu einer sozialistischen (statt christlichen) Politik.« Diese Entwicklung empfindet der Schreiber als so dramatisch, dass ihm nur der Vergleich mit dem absoluten Bösen bleibt: Man nähere sich »dem Reich des Antichristen« an. Es gebe nur »eine einzige Partei«, die allen diesen Entwicklungen entgegentritt und deshalb »massiv bekämpft und verleumdet wird: die Alternative für Deutschland (AfD)«. Er selbst sei zwar nicht Parteimitglied, wisse aber, dass sich viele Christen in ihr engagieren.
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