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Kirchentag: Das Publik-Forum-Programm

Hier stehen wir – und können auch anders. Eine Einladung zu den Veranstaltungen von Publik-Forum während des Evangelischen Kirchentages in Hamburg vom 1. bis 4. Mai. Und eine Frage an Sie: Empfinden Sie einen Kirchentag als zeitgemäß? Machen Sie mit bei unserer Online-Umfrage!
von Wolfgang Kessler vom 20.04.2013
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Hier stehen wir - und können auch anders: Martin Luther musste sich dereinst gegen verstockte Kirchenobere behaupten, um so seiner Sache treu zu bleiben. Ihm wird der Satz zugeschrieben: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Publik-Forum bleibt seiner Sache auch gern treu - und will genau deshalb anders sein als andere. Profil ist alles, auch auf dem Kirchentag. (Foto: pa/zb/Woitas; Ottmar Hörl/VG Bild-Kunst Bonn 2013)
Hier stehen wir - und können auch anders: Martin Luther musste sich dereinst gegen verstockte Kirchenobere behaupten, um so seiner Sache treu zu bleiben. Ihm wird der Satz zugeschrieben: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Publik-Forum bleibt seiner Sache auch gern treu - und will genau deshalb anders sein als andere. Profil ist alles, auch auf dem Kirchentag. (Foto: pa/zb/Woitas; Ottmar Hörl/VG Bild-Kunst Bonn 2013)

Evangelische Kirchentage sind einzigartige Veranstaltungen. Zu keinem anderen Anlass kommen in Deutschland weit mehr als 100.000 Menschen zusammen, um über politische, religiöse und existenzielle Fragen zu diskutieren. Dieses Engagement wird auch den 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg zu einem großen Ereignis machen.

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Die offenen Fragen bei Kirchentagen

Andererseits hat es eine Großinstitution wie die Evangelische Kirche in Deutschland durchaus schwer, den tiefen Problemen der Gegenwart auf den Grund zu gehen. In den Programmkommissionen stehen sich die unterschiedlichsten Interessengruppen der Gesellschaft gegenüber – das Ergebnis sind Veranstaltungen, die mehr an einer ausgewogenen Vertretung der einzelnen Interessen orientiert sind als an inhaltlicher Brisanz. Dazu kommt, dass sich die Großinstitution Kirche an bestimmte Grundfragen lieber nicht heranwagt, weil sie zu heikel sind: Ist ein Gott, der eingreift, heute noch denkbar? Ist Jesus von Nazareth Gottes Sohn? Was bedeutet eine Reformation nach Martin Luther heute? Welche Zukunft hat Religion überhaupt? Sind Niedriglöhne mit dem Anspruch der Diakonie vereinbar? Überrollt der entfesselte Kapitalismus Mensch und Natur gleichermaßen?

Publik-Forum: Frei von Zwängen einer großen Institution

Diese Fragen stehen deshalb im Mittelpunkt der Veranstaltungen von Publik-Forum während des Kirchentages. Wir sind frei von den Sachzwängen einer großen Institution – und frei von den Einflüsterungen der Mächtigen. Wir stehen hier – und können auch anders.

Jörns, Schorlemmer, Drewermann: Querdenker im Saal

Ganz in diesem Sinne werden wir am Donnerstag, 2. Mai 2013, im Großen Saal der Patriotischen Gesellschaft neben dem Hamburger Rathaus grundlegende Debatten über Religion führen. Ohne Tabus werden der evangelische Theologe und Kirchenkritiker Klaus Peter Jörns, der katholische Theologe Frido Mann, Enkel von Thomas Mann und Ratzinger-Kritiker, der Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer sowie die langjährige Fernseh-Pfarrerin Mechthild Werner und Sprechwissenschaftlerin Ulrike Trebesius-Bensch in aller Offenheit diskutieren (11 bis 13 Uhr).

Anschließend führt der Theologe Eugen Drewermann die Besucher/innen mit tiefenpsychologisch geschärftem Blick durch antike Mythen, um Liebe, Leid und Tod mit Hilfe dieser Texte besser verstehen zu lernen (14 bis 16 Uhr) . Am Abend zeigen dann Friedrich Schorlemmer und das Musikkabarett Duo Camillo mit Biss und Witz, was Reformation heute wirklich heißen müsste – in Politik, Gesellschaft und Kirche (17.30 bis 19 Uhr).

Bedrohte Menschen, sterbende Bienen und die Alternativen

Existenzielle Fragen von Mensch und Natur stehen am Freitag, 3. Mai 2013, auf dem Publik-Forum-Programm: In der Kirche Palmaille in Hamburg-Altona geht es in einem Film und dem direkt anschließenden Filmgespräch (10.30 bis 13.30 Uhr) um das Verhältnis zwischen Mensch und Natur: »More Than Honey« heißt der Streifen. Er zeigt auf, dass auch die Menschheit bedroht ist, wenn die Bienen sterben. Dass es jedoch auch Alternativen zu diesem entfesselten Kapitalismus gibt, belegt am Nachmittag der Vortrag »Nach uns die Sintflut?«: Es wird eine Reise durch gelebte Modelle eines alternativen Wirtschaftens, die deutlich machen: Es geht wirklich anders (15 bis 17 Uhr).

Bsirske und Stockmeier über Diakonie und Arbeitnehmer

Besonderes Brisanz verspricht die Abendveranstaltung am Freitag (18 bis 20 Uhr): Hier diskutieren unter anderen Diakoniechef Johannes Stockmeier, ver.di-Chef Frank Bsirske, Sozialmarkt-Expertin Sigrun Rose, Sozialethiker Franz Segbers und Mitarbeiter-Vertreter Wolfgang Werner über »Diakonie im neoliberalen Umfeld. Was führt in eine gerechte Zukunft: Dritter Weg oder Tarifvertrag mit Streikrecht?

Kleine Schritte, großer Wurf: Wie die Welt verändern?

Der Samstag, 4. Mai 2013, steht ganz im Zeichen der Zukunftsdebatte: Wie verändern wir die Welt? Durch kleine Schritte oder einen großen Wurf? Darüber streiten der grüne Europa-Abgeordnete Sven Giegold, gepa-Geschäftsführer Tom Speck, Sabine Werth von der Berliner Tafel und Christian Felber aus Wien, der eine Gemeinwohl-Ökonomie konzipierte und damit eine große Bewegung unter Unternehmern entfachte (10.30 bis 13 Uhr).

Damit solche Veränderungen unter den gegenwärtigen Bedingungen überhaupt eine Chance haben, fordert der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach aktiven Widerstand gegen das Diktat der ewigen Beschleunigung: »Wir brauchen Zeitrebellen!« (14 bis 16 Uhr)

Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch

Hier stehen wir – wir können auch anders: In diesem Programm geht es um machbare Alternativen zum Bestehenden. Mit Hölderlin sagen wir: »Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.« Wir würden uns freuen, Sie in Hamburg zu treffen!

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Personalaudioinformationstext:   Das Publik-Forum-Programm im Einzelnen und Tipps für den Evangelischen Kirchentag finden Sie unter www.publik-forum.de/kirchentag zum Herunterladen. Sie möchten das Publik-Forum-Programm zum Hamburger Kirchentag auf Papier? Sie wollen die Programmübersicht in attraktivem Layout in Kontingenten bestellen und an Interessierte weitergeben? Dann können Sie hier das Programm bestellen. Beeilen Sie sich – in wenigen Tagen beginnt das Christentreffen in Hamburg!

Dieses Programm wird wesentlich finanziell getragen von der Leserinitiative Publik. Diese erhält weder staatliche Zuschüsse noch kirchliche Gelder – und nimmt deshalb Ihre finanzielle Mithilfe zur Durchführung eines solchen Programms unter dem Stichwort »Hamburg 2013« dankbar an. Weitere Informationen finden Sie hier.
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