»Sie öffnen ein Fenster zu meiner Zelle«
Das Bild von der großen Wassermelone, die ihnen damals auf der staubigen Straße der türkische Bauer verkaufte, geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er war vier Jahre alt und mit seinen Eltern unterwegs. Das Ziel in dem südostanatolischen Ort Diyarbakir lastete schwer auf den drei Menschen. Darum ist auch dieses Bild geblieben. Mehmet Kilic, heute Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, war auf dem Weg in das berüchtigte »Horror-Gefängnis« des Ortes. Dort saß sein älterer Bruder. Der Medizinstudent hatte gegen die Militärregierung demonstriert. Doch als die kleine Familie am Gefängnistor ankam, verwehrte man ihnen den Eintritt. Da bewirkte die Mutter, dass wenigstens der Vierjährige seinen Bruder sehen konnte. Ganz allein betrat der das Gefängnis in einem Hochsicherheitstrakt. Er fand seinen Bruder in einem riesigen Saal, der mit anderen Gefangenen auf den Besuch wartete.
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