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Rainer Hagencord

Der Münsteraner Priester, Biologe und Ethiker über die zwei Arten, in die der Mensch »seine« Tiere einteilt: in verwöhnte und gegrillte.
vom 31.05.2026
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(Rainer Hagencord Foto: KNA-Bild/Lars Berg)
(Rainer Hagencord Foto: KNA-Bild/Lars Berg)

Rainer Hagencord, Priester, Verhaltensbiologe, Erfinder und Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster, appelliert in der beginnenden Grillsaison an Verbraucher, die Hände wenigstens von Billigfleisch zu lassen. »Am besten wäre natürlich eine vegetarische Lebenskultur. Was aber zumindest jetzt ansteht, ist: nur noch Fleisch zu kaufen aus kleinbäuerlichen und mittelständischen Betrieben«. Bei industrieller Tierhaltung handle es sich um ein »System der strukturellen Sünde« und um »eines der größten Verbrechen der Menschheit«.

Fleischverzehr lehnt Hagencord nicht rundweg ab: »Wir reden hier nicht davon, dass wir mal ein Tier schlachten, um es mit Ehrfurcht und Respekt zu essen. Wir haben aber die Chance, alles dafür zu tun, dass wir die Würde der Tiere würdigen.«

Egal, welches Fleisch man esse, immer gelte: »Es handelt sich bei allen Säugetieren und allen Vögeln um empfindungsfähige, sozial kompetente Persönlichkeiten.« Und dann, so Hagencord, zeige sich hier noch mal die »ganze Pathologie« des Systems: »Mit unserem Wellensittich, unserem Hund oder unserer Katze erleben wir zuhause, dass sie uns nahe sind, dass sie Beziehungen eingehen, dass sie uns guttun.« Das gelte auch für Puten, Hühner, Schweine und Rinder. »Aber auf der anderen Seite haben wir diese Art Geisteskrankheit, dass wir nur noch zwei Kategorien von Tieren kennen: die einen verwöhnen wir – die anderen werden zu Futter verarbeitet.«

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Schlagwörter: Nachhaltigkeit Tierethik
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