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Ludmila Javorová

Die Priesterin der tschechischen Untergrundkirche, von Rom nicht anerkannt, ist mit 94 Jahren gestorben.
vom 21.09.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Ludmila Javorová: Hielt zeitlebens daran fest, zum Priestertum berufen zu sein. (Foto via Internet: therevleon.substack.com)
Ludmila Javorová: Hielt zeitlebens daran fest, zum Priestertum berufen zu sein. (Foto via Internet: therevleon.substack.com)

Ludmila Javorová, Priesterin der katholischen Untergrundkirche in der bis 1989 kommunistisch regierten Tschechoslowakei, ist im Alter von 94 Jahren gestorben.

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Javorová war 1970 von dem ebenfalls geheim, aber kirchenrechtlich korrekt bestellten Bischof Felix Maria Davídek geweiht und faktisch zu seiner Generalvikarin ernannt worden. Ziel war es, kirchliche Strukturen unter strenger staatlicher Verfolgung aufrechtzuerhalten und – durch zivile Berufstätigkeit getarnt – die Seelsorge sicherzustellen. Der Vatikan erklärte Javorovás Priestertum nach der Wende für ungültig. Das geschah allerdings erst, nachdem Javorová 1995 ihr Schweigen gebrochen und ihre Weihe öffentlich gemacht hatte.

Der Brünner Bischof Pavel Konzbul würdigte Javorová in einem Nachruf als »außergewöhnliche Frau«, die ihr Leben aufopferungsvoll dem Dienst an den Menschen und der Kirche gewidmet habe.

Javorová gehörte zum engsten Mitarbeiterkreis von Bischof Davídek (1921–88), der wegen seiner kirchlichen Tätigkeit 14 Jahre in Haft saß. Javorová wirkte am Aufbau der Untergrundgemeinschaft »Koinótés« mit und darin an der Organisation des Theologiestudiums und der Vorbereitung von Priesteramtskandidaten für die Weihe.

Die eigene Weihe erhielt Javorová durch Davídek unter anderem mit der Begründung, inhaftierte Ordensfrauen und andere weibliche Gefangene dürften von Männern und damit auch von Priestern nicht besucht werden; damit blieben sie ohne seelsorgliche und sakramentale Begleitung. Die Weihe Javorovás war allerdings bereits innerhalb der Untergrundkirche heftig umstritten und wurde lange geheim gehalten.

Nach 1989 arbeitete Javorová als Religionslehrerin und in der Pfarrgemeinde. Trotz der Absage aus Rom, unter der sie sehr litt, hielt sie zeitlebens daran fest, zum Priestertum berufen zu sein, und an ihrer Weihe ebenfalls..

Neben Javorová soll Bischof Davídek vier weitere Frauen geweiht haben. Namen und Details sind bis heute nicht bekannt. Heimlich geweihte Männer konnten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ihren Status »klären« lassen und dann gegebenenfalls als Priester weiterarbeiten. Verheiratete unter ihnen wurden von der Glaubenskongregation (Leitung: Joseph Ratzinger) häufig in die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche der Slowakei abgedrängt, wo der Zölibat nicht vorgeschrieben ist.

Besonders schwierig war der Fall von mindestens 36 Männern, die in der tschechischen Untergrundkirche zu Bischöfen geweiht worden waren. Dies geschah aus Gründen der Tarnung und wegen der Isolation von Rom in vielen Fällen ohne Rücksprache und die kirchenrechtlich vorgeschriebene Genehmigung aus dem Vatikan. Einige dieser Geheimbischöfe wurden nach 1989 offiziell ein zweites Mal »nachgeweiht«. Anderen blieb dieser Segen aus Rom versagt.

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