Konstantin Wecker
Vor wenigen Monaten wurden erste öffentliche Vorwürfe gegen den Liedermacher Konstantin Wecker wegen einer sexuellen Beziehung zu einer Minderjährigen bekannt. Nun haben sich drei weitere Frauen zu Wort gemeldet. Auch mit ihnen soll er sexuelle Kontakte gehabt haben, bevor sie volljährig waren. Teils hätten sie die Beziehungen als nicht einvernehmlich wahrgenommen. Die Frauen berichteten der Süddeutschen Zeitung von geheimen Treffen mit Wecker, der damals viele Jahre älter war als sie, sie selbst seien beim ersten Treffen nicht älter als 17 Jahre alt gewesen.
Eine von ihnen ist Friederike Schipelius. Als sie Wecker traf, war er 68 Jahre alt. Er habe sie zum Sex überredet und ihr gesagt, sie dürfe nicht darüber sprechen, weil sie sonst seine Karriere zerstöre. In Reaktion auf die Anschuldigungen teilte Weckers Anwalt mit, dieser sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sich zu erinnern.
Auf den ersten Bericht einer Frau im vergangenen Jahr über ihre jahrelange sexuelle Beziehung zu Wecker hatte er reagiert und sie um Entschuldigung gebeten. Nach seiner Erinnerung habe es sich um eine einvernehmliche Beziehung gehandelt, die aber »unter moralischen Maßstäben ein gänzlich unangemessenes Verhalten« seinerseits dargestellt habe, so Wecker. Er sprach in dem Zusammenhang von einer Phase schweren Alkoholkonsums.
Eine weitere Frau, die sich mit ihrer Geschichte an die SZ gewandt hat, ist Marie Franz. Straftaten habe Wecker nicht begangen, sagt sie. Aber man könne nicht von Einvernehmlichkeit sprechen, »wenn es so ein großes Machtgefälle gibt wie in diesem Fall«. Sie und weitere Frauen haben ihre Schilderungen unter Eides statt versichert.
Marie Franz hat ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben. Sie sagt, das Bewusstsein für »Grooming und Machtmissbrauch« wachse, und sie hoffe, das schambehaftete Thema weiter zu enttabuisieren. Mindestens drei der Frauen berichten, dass sie Wecker verehrt und ihn auf Konzerten kennengelernt hätten. Teilweise hätten sie dann sehr bald Sex mit ihm gehabt. Sie hätten sich ihm anvertraut und sich von ihm gesehen gefühlt.

Personen und Konflikte