Heiner Wilmer
Heiner Wilmer, der Bischof von Hildesheim, der in diesen Wochen an seinen neuen Arbeitsort Münster umzieht, hält an seiner umstrittenen Aussage fest, dass der »Missbrauch von Macht in der DNA der Kirche« stecke: »Ich habe dafür viel Haue bekommen, auch international. Ich stehe aber zu der Aussage.« Überall, wo Menschen in Gruppen, Verbänden oder Organisationen zusammenwirkten, bestehe die Gefahr, dass Macht missbraucht werde, sagte Wilmer, der seit Februar auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist.
Machtmissbrauch und Seilschaften seien eine uralte Geschichte, sagte Wilmer bei seiner Abschieds-Pressekonferenz in Hildesheim: »Wenn Sie das Neue Testament aufschlagen, da streiten sich schon die Jünger darum, wer vorne sitzt.« Um Macht-missbrauch zu begrenzen, brauche es Kontrolle und Gewaltenteilung. Wilmers »DNA-Satz« von 2018 war vor allem bei konservativen Bischöfen weltweit auf Kritik gestoßen.
Wilmer fühlte sich offenbar auch genötigt, seinen Abschied von Hildesheim zu rechtfertigen. Zwar habe ihn das Domkapitel von Münster gewählt und gefragt. Aber dahinter stehe letztlich auch der Papst, »und das ist schon ein heiliger Ernst, dem ich mich nicht entziehen kann«.
Zwar hätte er die Berufung ablehnen können, sagte Wilmer. »Aber ich hätte dann auch innerlich aufhören müssen als Bischof von Hildesheim.« Als Bischof bitte er immer wieder Priester, Seelsorger und andere Mitarbeitende, neue Aufgaben zu übernehmen. Wer das anderen Menschen abverlange, müsse dazu auch selbst bereit sein: »Ich will morgens auch noch vernünftig in den Spiegel gucken können.«
Der 64-jährige Wilmer stand seit knapp acht Jahren an der Spitze des Bistums Hildesheim, zu dem knapp 500.000 Katholiken zwischen Harz und Nordsee gehören. Am 21. Juni wird er als neuer Bischof von Münster eingeführt.

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