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Armin Grunwald

Der Physiker und Philosoph warnt davor, menschliche Verantwortung an KI-Systeme zu delegieren.
vom 26.02.2026
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Armin Grunwald (Foto: pa/dpa)
Armin Grunwald (Foto: pa/dpa)

Armin Grunwald drängt in der Diskussion über die künftige Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft darauf, den Begriff der Verantwortung ernst zu nehmen. Verantwortung setze Selbstbewusstsein voraus. Maschinen hätten das nicht, sie könnten es höchstens simulieren. »Wenn wir Verantwortung an Systeme delegieren, geben wir letztlich unser Menschenbild auf«, betont der Karlsruher Physiker und Philosoph, der auch dem Deutschen Ethikrat angehört, in unserer neuesten Ausgabe.

Menschen seien mehr als Datensätze. KI könne unterstützen, beschleunigen, analysieren. »Aber das letzte Wort muss beim Menschen bleiben«, sagt der Wissenschaftler in unserem Interview.

Nachdrücklich warnt Grunwald auch vor einer Vermenschlichung der KI und davor, Mensch und Maschine auf gleiche Ebene zu setzen. Menschen interagierten mit der KI häufig so, als sei sie ein Gegenüber. Dabei werde aber vergessen, dass KI »kein Selbstbewusstsein hat, keine Erfahrung, keine Verantwortung«. Eine Vermenschlichung von Maschinen sei gefährlich.

Zur Gefährdung des demokratischen Rechtsstaats durch KI erläutert der Wissenschaftler, Demokratie lebe vom »Ideal des selbst denkenden, autonomen Bürgers«. Wenn diese Fähigkeit verloren gehe, gerate die demokratische Substanz in Gefahr. Manipulation durch KI-gestützte Systeme sei längst Realität. Er habe sich deshalb im Deutschen Ethikrat für eine Kennzeichnungspflicht eingesetzt. KI-Systeme müssten klar sagen, dass sie KI sind. »Transparenz ist eine Voraussetzung für Freiheit«, sagt Grundwald.

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