Die Heimat meiner Freunde
Meine Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Dortmund hat in diesem Sommer einer Frau aus Syrien, ihren beiden Kindern und ihrem 34 Jahre alten Neffen Kirchenasyl gewährt. Die Erfahrungen, die ich in diesen dreieinhalb Monaten mit dieser muslimischen Familie gemacht habe, haben mich verändert – und auch die Gemeinde. Der palästinensisch-syrischen Familie drohte die Abschiebung nach Ungarn, dort Gefängnis und anschließend die Obdachlosigkeit. Wir haben mit dem Kirchenasyl erreicht, dass sie in Deutschland bleiben dürfen und wieder Lebensmut schöpften. Der Helferkreis wuchs in wenigen Tagen auf dreißig Personen an, etliche waren schon in der Gemeinde aktiv, andere nicht oder nicht mehr. Sie fühlten sich von diesem Projekt angesprochen. Ein fruchtbares Zusammenwirken begann. Für die erwachsenen Flüchtlinge bedeutete das Kirchenasyl, dass sie das Kirchengelände nicht verlassen durften. Wir kamen also immer zu ihnen. Das Gemeindehaus wurde so zu einem neuen Treffpunkt in der Pfarrgemeinde – ein Ort, an dem Muslime und Christen sich austauschten, Alt und Jung sich begegneten. Wir haben viel gelacht – und manchmal auch geweint.
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