Pflegereform
Ihr seid mir lieb – aber viel zu teuer
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat recht: Die tiefen Krisen können ohne Zumutungen nicht gemeistert werden. Entscheidend sind jedoch Antworten auf zwei Fragen: Sind die Zumutungen gerecht verteilt? Und sind sie Teil eines Konzepts, das in Zukunft Besserung erwarten lässt? Betrachtet man die Vorschläge zur Pflegereform, dann lautet die Antwort auf beide Fragen: Nein. Für mich als jemand, der seine Frau vier Jahre lang zu Hause gepflegt und ihre Pflege weitere vier Jahre im Heim eng begleitet hat, entpuppt sich die geplante Pflegereform als Schlag ins Gesicht der Pflegenden und Pflegebedürftigen von heute – und als Bedrohung für die Pflege von morgen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ins Pflegealter kommen.
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Wolfgang Kessler war Chefredakteur von Publik-Forum. 2015 wurden bei seiner Frau Barbara »demenzielle Schwächen« diagnostiziert. Sie starb im Juni 2023. Das Bild zeigt sie mit ihrem Enkel.

