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Sexualisierte Gewalt
Galionsfigur als Missbrauchstäter

Zwischenbericht von Wissenschaftlern bestätigt: Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen Kardinal Franz Hengsbach sind plausibel.
vom 07.07.2026
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Vom Sockel gestoßen: Das Hengsbach-Denkmal in Essen ist schon seit 2023 abgebaut. (Foto: KNA Bild / Olaf Biernat)
Vom Sockel gestoßen: Das Hengsbach-Denkmal in Essen ist schon seit 2023 abgebaut. (Foto: KNA Bild / Olaf Biernat)

Der Missbrauchsverdacht gegen den 1991 gestorbenen Essener Bischof Franz Hengsbach hat sich erhärtet. Der Zwischenbericht einer wissenschaftlichen Studie stuft vier Vorwürfe sexualisierter Gewalt beziehungsweise Übergriffe als »gut belegt« ein. Es wurden Vorwürfe von zwölf betroffenen Frauen und Männern ausgewertet.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 13/2026 vom 10.07.2026, Seite 37
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Der heutige Essener Bischof, Franz-Josef Overbeck, sei bereits 2011 über zwei Vorwürfe gegen Hengsbach informiert worden und habe sie dann »vergessen«, schreiben die Wissenschaftler um Helga Dill vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung. Dill berichtete zudem, dass das Bistum eine Missbrauchsmeldung gegen Hengsbach vom November 2024 den Studienautorinnen nicht mitgeteilt habe.

Johannes Norpoth, der als Betroffener die Studie begleitet, ist empört: Eine Institution, die öffentlich von Aufarbeitung spreche, aber zentrale Informationen über Vorwürfe gegen ihre Galionsfigur zurückhalte, unterlaufe »die Grundvoraussetzungen von ehrlicher, betroffenenorientierter Aufarbeitung«. Das Projekt soll Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden.

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