Private Waffenkammer in der Heide
Bei seinem Besuch im Gefechtsübungszentrum in der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg informierte sich Horst Köhler vor über einem Jahr über die Ausbildung und Ausrüstung der Bundeswehr. Das Gesehene wollte er dann in der Praxis überprüfen – mit einem Überraschungsbesuch im Bundeswehrfeldlager in Masar-i-Sharif. Getreu seiner damals getroffenen Aussage – »Wir alle, vor allem in der Politik, haben die Aufgabe, den Einsatz in Afghanistan zu erklären« – endete sein Auslandstruppenbesuch bekanntlich ein paar Tage später mit seinem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten. Er hatte die Auslandseinsätze der Bundeswehr mit ökonomischem Kalkül und wirtschaftlichem Profit in Verbindung gebracht. Damit sagte er nichts Neues. Denn: Private und wirtschaftliche Interessen sind im Weißbuch der Bundeswehr schon seit 2006 festgeschrieben. Das Ausmaß der Privatisierung des Krieges hingegen ist weithin unbekannt. »Köhler hat nicht zuletzt vor diesem Hintergrund nichts als die Wahrheit gesagt«, sagt Helmut Adolf. Der Bahnangestellte ist Kopf und Mitbegründer der Bürgerinitiative Offene Heide, die seit 17 Jahren friedlich gegen die militärische Nutzung des Areals protestiert. Er muss es wissen.
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