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Katholische Kirche
Am toten Punkt

Der Münchner Kardinal Marx tritt zurück – und zitiert zur Begründung Alfred Delp. Dessen schonungslose Analyse der damaligen Kirchenkrise aus dem NS-Gefängnis heraus ist frappierend aktuell.
von Matthias Drobinski vom 09.06.2021
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(Zeichnung: Thomas Plassmann)
(Zeichnung: Thomas Plassmann)

Es war im Winter 1944/45, im Gefängnis Berlin-Tegel. Die Hinrichtung durch die Nazi-Justiz vor Augen, schreibt der Jesuitenpater Alfred Delp: Die Kirchen stünden sich »durch die Art ihrer Daseinsweise« selbst im Weg; »wir sind trotz aller Richtigkeit und Rechtgläubigkeit an einem toten Punkt. Die christliche Idee ist keine der führenden und gestaltenden Ideen dieses Jahrhunderts. Immer noch liegt der ausgeplünderte Mensch am Wege«. Delp fügt hinzu: »Ich glaube, überall da, wo wir uns nicht freiwillig um des (wahren) Lebenswillens von der (gewohnten) Lebensweise trennen, wird die geschehende Geschichte uns als richtender und zerstörender Blitz treffen.«

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