Das Herz entscheidet
1. Liebe: »Das Wichtigste im Leben sind Liebe und Glück.« Dabei meint der Dalai Lama, der »Papst des Ostens«, keine Gebote, Verbote und keine Dogmen. Er sagt: »Liebe ist das, was ich von meiner Mutter gelernt habe.« Glück bedeutet im Buddhismus die Überwindung des Leids. Weil Liebe auch durch den Magen geht, meint der Dalai Lama: »Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen.«
2. Frieden: Das Nicht-Anerkennen der Realitäten führt zu Aggression, Hass und Krieg. Die Feindesliebe Jesu in der Bergpredigt ist dem Dalai Lama ganz wichtig: »Eigentlich gibt es gar keine Feinde. Es gibt nur Menschen, die ich noch nicht kennengelernt habe«, sagte er mir einmal in einem Interview.
3. Gelassenheit: Einmal habe ich den Dalai Lama gefragt, ob er sich denn niemals aufrege. Seine Antwort: »Warum soll ich mich denn aufregen? Danach müsste ich mich ja wieder abregen. Und das ist mir einfach zu anstrengend.«
4. Toleranz: Ich wollte von ihm wissen, ob es ihn störe, dass einige junge Tibeter in der Schweiz zum christlichen Glauben übergetreten sind. Seine Antwort: »Warum soll mich das stören? Wichtig ist doch allein, dass die jungen Menschen glücklich sind. Und wenn sie in einer christlichen Umgebung gerne als Christen leben wollen, ist das völlig in Ordnung. Das Herz entscheidet, nicht die Religionszugehörigkeit.«
Ob unser westlicher Papst ähnlich tolerant auf eine entsprechende Frage reagiert hätte?
5. Ökologisch leben: Immer eindringlicher warnt der Dalai Lama vor dem ökologischen Kollaps unseres Planeten und vor einer Klimakatastrophe. »Ohne Menschen ginge es der Erde besser«, sagte er in einer meiner Sendungen. Auf meine Frage, was heute Religion sei, meint er: »Religiös ist, wer mitarbeitet an der Bewahrung der Schöpfung.«
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
