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Nicht über die Köpfe hinweg

Christen schaffen ein neues Bild von Kirche: in kleinen Schritten, in kleinen Gemeinschaften, vor Ort. Christian Hennecke ist einer ihrer Vordenker. Unser aktuelles Titelthema in der ersten Ausgabe von Publik-Forum im Neuen Jahr
von Hartmut Meesmann vom 16.01.2014
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Die XXL-Gemeinde ist da, und mit ihr die Krise der Christen in Deutschland: Kleine Gemeinschaften bieten jetzt mehr denn je einen Ort, an dem man sich nicht verliert.(Foto: Fred de Noyelle/Godong/Corbis)
Die XXL-Gemeinde ist da, und mit ihr die Krise der Christen in Deutschland: Kleine Gemeinschaften bieten jetzt mehr denn je einen Ort, an dem man sich nicht verliert.(Foto: Fred de Noyelle/Godong/Corbis)

In vielen katholischen Kirchengemeinden herrscht Verdruss. Auslöser sind die Zusammenlegungen von Gemeinden zu XXL-Pfarreien. Ärger löst vor allem die Tatsache aus, dass vielerorts über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wurde und wird. Ein solches Vorgehen provoziert den weiteren Auszug vieler aus der Kirche. Dabei gibt es Initiativen, die der Kirche durchaus eine Zukunft geben – allerdings nur, wenn ein neues Denken in ihr Einzug hält.

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Einer derjenigen, die vernehmlich und theologisch begründet ein radikales Umdenken in der katholischen Kirche fordern, ist Christian Hennecke. »Institutionen und Systeme haben die immanente Tendenz, sich erhalten zu wollen«, sagt der 52-Jährige im Gespräch. Das aber sei für Christen der falsche Weg.

Nicht bei Strukturveränderungen müsse man ansetzen, wenn man die Kirche zukunftsfähig machen wolle, sondern bei den Menschen. »Die Achtsamkeit darauf, dass Christen selbst entdecken und sich zu eigen machen können, wie sie in Zukunft Kirche sein können, das ist in unserem Kontext nicht sehr weit entwickelt«, schreibt Hennecke in einem seiner Bücher. Eine zutreffende Beobachtung.

Christian Hennecke ist Priester und leitet im Bistum Hildesheim den Fachbereich »Missionarische Seelsorge«. Er ist Mitglied der Fokularini, einer internationalen geistlichen Bewegung –, die vielen als fundamentalistisch gilt, mindestens aber als hundert Prozent kirchentreu. Und hier also entsteht Neues?

In den letzten Jahren hat der promovierte Theologe Hennecke Bücher und eine Reihe von Aufsätzen geschrieben, in denen er mit Emphase und voller Optimismus gegen jede Resignation und Miesmacherei den zukünftigen Weg der Kirche beschreibt, ja beschwört – nach dem Motto: Das Glas ist doch schon längst halb voll.

Aufhorchen lässt vor allem auch seine Forderung, dass die Menschen in einem »geistlichen Prozess« selbst entscheiden sollten, wie sie Kirche am Ort leben wollen. Schließlich bedeutet das Wort Kirche ja auch »Volksversammlung«. Die klassische Gemeinde muss es nach ihm nicht mehr sein.

Wie Christsein in Gemeinschaft zukünftig gehen kann, erzählt die Titelgeschichte der neuen Ausgabe von Publik-Forum.

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