Kardinälinnen für Franziskus
International bekannte katholische Theologinnen, Theologen und Laien haben sich mit einer Petition an Papst Franziskus gewandt. Sie fordern ihn auf, »eine angemessene Zahl von Frauen zu Kardinälen zu ernennen«. Dies entspräche der jesuanischen Botschaft der Gerechtigkeit. Wörtlich heißt es in der Erklärung, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift »aufbruch« (Schweiz) und in Publik-Forum 17/2013 veröffentlicht ist: »Weder in der Bibel noch in der Dogmatik und der kirchlichen Tradition spricht irgendein Argument dagegen, das den Papst daran hindern könnte, eine solche Maßnahme baldmöglichst in die Tat umzusetzen.«
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erinnern daran, dass noch bis ins 19. Jahrhundert gelegentlich Laien – also nicht geweihte Personen – vom Papst zu Kardinälen ernannt wurden. Mit einem solchen Schritt könne nun auch Papst Franziskus dafür sorgen, dass die Frauen, die weltweit die Mehrheit der Kirchenmitglieder stellten, an der nächsten Papstwahl aktiv beteiligt seien, so Helen Schüngel-Straumann, Theologin und Initiatorin der Petition. Eine solche Entscheidung sei diplomatisch klug, weil sie dokumentieren würde, »dass die katholische Kirche nicht so frauenfeindlich ist, wie oft dargestellt«.
Die Verfasserinnen der Petition betonen, dass sie »keine weitere Klerikalisierung der Kirche« wünschten, »sondern eine aktive Beteiligung von Frauen an zentralen Entscheidungen«. »Sollten die Verantwortlichen in der Kirche den Patriarchalismus in Theorie und Praxis nicht überwinden und Frauen nicht an entscheidenden Stellen Mitsprache ermöglichen«, werde die katholische Kirche immer mehr engagierte Frauen verlieren.
Die Petition an Papst Franziskus kann ab sofort online unterzeichnet werden. Informationen dazu unter http://www.aufbruch.ch/3477
