Missbrauch in der Kirche
Die Wahrheiten des Papstes Benedikt
Um zwölf Uhr und zwanzig Minuten, die Pressekonferenz dauert bereits gut eineinhalb Stunden, kommt Ulrich Wastls großer Auftritt. Er hält ein paar zusammengeheftete DIN-A4-Blätter hoch. Er sagt: »Das hier ist die Kopie des Protokolls der Sitzung vom 15.01.1980.« Und zitiert: »Der Kardinal berichtet über die Trauerfeier in Berlin aus Anlass des Todes von Kardinal Bengsch und informiert über den letzten Versuch von Bischof Moser und Papst Johannes Paul II., den Fall Küng im Guten zu regeln.« Der Kardinal, das ist Joseph Ratzinger, damals Erzbischof von München, heute der emeritierte Papst Benedikt XVI. Er hat gesagt, er sei überhaupt nicht in jener Konferenz gewesen, in der die Leitung des Erzbistums beschlossen hat, den offenkundig pädophilen Priester Peter H. von Essen nach München zu holen, damit er sich einer Therapie unterziehe.
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