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In der Nähstube der Welt

Wer auf dem Etikett eines T-Shirts »made in Bangladesh« liest, denkt an furchtbare Arbeitsbedingungen und miserable Sicherheitsstandards. Doch die Textilindustrie in Bangladesch hat sich gewandelt
von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 08.11.2019
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Eine mehrspurige Straße in Sabhar, etwa 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka in Bangladesch: Das Geklingel der Fahrradrikschas mischt sich mit dem Hupen von Autos, Bussen und Mofas. Reifen quietschen, Menschen bahnen sich ihren Weg durch das Verkehrschaos. Am Straßenrand machen Arbeiter an kleinen Garküchen Pause. Kaum etwas erinnert daran, dass hier vor sechs Jahren das Rana-Plaza-Gebäude einstürzte, das mehr als 3000 Menschen unter sich begrub. 1135 Männer und Frauen starben bei dem Unglück, ein Großteil von ihnen Textilarbeiterinnen. Dort, wo einst die Fabrik stand, die auch für westliche Modemarken produzierte, klafft heute eine große Lücke zwischen den Häuserfronten der Nachbargebäude. Linke Studenten haben zum Gedenken an die Opfer ein Denkmal aufgestellt. Davor steht die 45-jährige Moksuda. Menschen hasten an ihr vorbei, sie aber steht ganz still, das Gesicht von Gram gezeichnet. Am 24. April 2013 starb hier ihr 18-jähriger Sohn. Moksuda kommt fast jeden Tag an diesen Ort, sagt sie. Um zu erinnern. Zu beten. Und andere Hinterbliebene zu treffen.

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