Russlands Krieg gegen die Ukraine
Spitzendiplomat des Papstes in Moskau
Papst Leo XIV. bemüht sich im Krieg Russlands gegen die Ukraine, den Heiligen Stuhl als Gesprächspartner für beide Seiten im Spiel zu halten – möglicherweise als Vermittler. Kürzlich war sein Außenbeauftragter, Erzbischof Paul Gallagher, für fünf Tage in Moskau. Der Brite und vatikanische Spitzendiplomat besuchte aber nicht das russische Kirchenoberhaupt, Patriarch Kyrill, sondern die politische Führung. Gallagher, der vor einem Monat in Kiew war, sprach ein paar Stunden mit Außenminister Sergej Lawrow und mit Wladimir Putins Chefberater Juri Uschakow.
Beim gemeinsamen Medientermin überließ Lawrow dem Papst-Gesandten auffällig lang die Bühne. Gallagher konnte unwidersprochen sagen: »Dieser Krieg muss enden.« Nüchtern klang sein Resümee später: »Es scheint, als sei eine direkte Einbindung unserer diplomatischen Vertretungen nicht erwünscht. Dennoch wurde die Geste gewürdigt: die Tatsache, dass wir uns nicht aus der Verantwortung ziehen.«
Gallagher hatte auch die katholische Kirche Russlands im Blick, die er ebenfalls besuchte. Und in Gegenwart Lawrows sprach er durch die Blume an ein noch größeres Publikum. Der Heilige Stuhl wolle in Russland »jene ermutigen, die wegen des Krieges beunruhigt sind. Habt Mut, schlagt den Weg des Friedens ein; habt die Hoffnung, an bessere Tage zu glauben.«

