Fromme Stütze
Die Weltkarte des Atheismus verändert sich. Denn neunzig Jahre nach dem Beginn der kommunistischen Kirchenverfolgungen kehrt Russland zum Bündnis zwischen Staatsmacht und Religion zurück. Diesen strategischen Durchbruch hält sich der neue Moskauer Patriarch Kyrill I. – durch und durch ein Vertreter orthodoxer Macht – zugute. Ab sofort werden den russischen Armee-Einheiten, die fern der Heimat in Armenien, Tadschikistan, Kirgistan, auf der ukrainischen Krim sowie in den abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien stehen, Militärgeistliche zugeteilt. Ab 2010 wird dann auch das Militär in Russland flächendeckend versorgt. Regierungsloyale Menschenrechtler wie Alexander Brod hoffen, dass die Armeepriester dazu beitragen werden, dass die nicht selten tödlichen Quälereien von Rekruten zurückgehen. Achtzig Prozent der Wehrdienstleistenden sind orthodox, dreizehn Prozent muslimisch, drei Prozent buddhistisch und ein Prozent bekennt sich zum Judentum. Da ist es nur konsequent, wenn Ministerpräsident Medwedjew ab zehn Prozent Religionsangehörige pro Einheit auch Militär-Imame und -Rabbiner zuteilt.
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