Bayreuther Festspiele
Missklänge auf dem Grünen Hügel
Ausgerechnet in ihrem 150. Jahr starten die Bayreuther Festspiele am 26. Juli mit einem Missklang: Es gibt ein Hin und Her um ein Gedenkkonzert – »Verstummte Stimmen« – zu Ehren jüdischer Musiker, die von den Nazis ausgegrenzt oder umgebracht wurden. Reden sollte der jüdische Publizist Michel Friedman. Er wollte dabei nicht nur den Antisemitismus Richard Wagners, sondern auch die Verstrickungen der Familie Wagner in den Nationalsozialismus ansprechen. Dann aber wurde das Konzert »aus unverhandelbaren Sicherheitsgründen« abgesagt. Friedman fiel aus allen Wolken. Er bezweifelte in der Süddeutschen Zeitung, dass der Termin überhaupt ernsthaft geplant war: Es hatte keinen Vorverkauf gegeben. Bayreuths Boden sei »kontaminiert«. Die SZ fand heraus, dass die Festspiele das Konzert intern schon im März abgeblasen hatten. Daraufhin entschuldigte sich Festspielleiterin Katharina Wagner bei Friedman für »Fehleinschätzungen« und »fatale Nachrichten«. Das Konzert solle nun doch stattfinden; Friedman sagt, er werde reden. Bei Redaktionsschluss indes stand noch kein Hinweis auf der Website der Festspiele. Der werde aber kommen, heißt es aus dem Kartenbüro: »Das muss jetzt alles noch organisiert werden.«

