Keine Kompromisse, wenn es Liebe ist
Vor einigen Jahren hat Harold Bloom, einer der einflussreichsten amerikanischen Literaturwissenschaftler, eine Anthologie (Sammlung) amerikanischer religiöser Gedichte herausgegeben, veröffentlicht in der Library of America. Was hier erscheint, ist Kanon. In der Einleitung weist Bloom darauf hin, dass viele der Dichterinnen und Dichter keiner verfassten Religion angehören, in diesem Sinn also nichtreligiös sind. Dennoch sieht er eine verbindende Dimension des Religiösen, die sich durch alle Texte zieht. Er nennt dies: »American Religion«. Religiös zu sein, ohne sich an eine gemeinschaftlich verfasste, durch Bekenntnis, Lehre, Kult und Ritus sich vollziehende Religion zu binden: Das scheint den Kern der American Religion auszumachen.
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