Hello, Dolly 2.0
Als das Klonschaf Dolly 1997 das Licht der Welt erblickte, schien es nur noch eine Frage der Zeit, bis man auch Menschen klonen würde. Doch der Traum vom reproduktiven Klonen, also dem Klonen zu Fortpflanzungszwecken, wäre auch nach Ansicht von Dollys wissenschaftlichem »Vater« ein Alptraum. Umgehend wurde ein weltweites Klon-Verbot für den Menschen gefordert. Bis heute kam es jedoch zu keiner Einigung, weil die Technik des Klonens nicht nur für Fortpflanzungs-, sondern auch für Forschungszwecke genutzt werden kann. Am Ende des Weges stehen vielleicht Stammzell-Therapien für Parkinson oder Multiple Sklerose, oder man könnte zum Beispiel für Herzkranke neues Herzmuskelgewebe züchten.
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Der Autor ist evangelischer Theologe und Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien.
Das Klon-Experiment
Laut einem Bericht der Fachzeitschrift »Cell« ist es einem Forscherteam in den USA um den Wissenschaftler Shoukhrat Mitalipov erstmals gelungen, menschliche Stammzellen aus einem eigens dafür geklonten Embryo zu gewinnen. Dafür wurde der Kern einer Hautzelle eines Menschen in eine entkernte Eizelle übertragen. Die Forscher erhoffen sich, mit dieser Methode Therapien für Krankheiten wie Parkinson entwickeln zu können. Nun wird vermehrt eine weltweite Ächtung des reproduktiven Klonens gefordert.
