Drewermann und DarwinBekanntes RisikoEs braucht einen HörerNicht wie die ProphetenVeredelter AtomstromEigenwillige Übersetzung
Drewermanns Ausführungen beruhen auf Voraussetzungen, die durchaus fragwürdig sind. So vertritt er eine Variante der Darwinschen Lehre, die heutzutage nur eine von mehreren Richtungen in der Evolutionsbiologie abbildet. Viele gängige Annahmen des Darwinismus werden inzwischen von namhaften Wissenschaftlern (wie Brian Goodwin und Joachim Bauer) infrage gestellt oder um wesentliche Aspekte (kooperative Gene, Bedeutung der Entfaltung des Lebewesen-Typus) erweitert. Drewermanns Gott als Chiffre, dass der Mensch sein Dasein als in sich berechtigt zu deuten versucht, ist eine absolut willkürliche Setzung. Seine Religion ist eine Not-Religion. Motor und Sinn von Religion und Spiritualität befinden sich bei Drewermann genau da, wo Atheisten sie immer schon verortet haben: in einer durch nichts gerechtfertigten Trostsuche und im Zweckoptimismus. Mir als religiösem Menschen ist jeder klar daherkommende Atheist lieber als Theologen wie Drewermann, die – bei eigentlich atheistischer Anschauung – mit schön formulierten Worthülsen einen Gottesbegriff anbieten, der keiner mehr ist.
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