Der Widerspenstige
»Ich hab kalte Füße.« Eigentlich sagt er solche Sätze so gut wie nie, sondern erklärt stattdessen, ein wenig kauzig, warum er auch bei Schnee keine Strümpfe trägt. »Die werden doch nur nass, man muss sie dann auswringen, das ist doppelt ärgerlich«, sagt Lothar König. Demonstranten um ihn herum hüpfen an diesem nasskalten 13. Februar in Dresden von einem Bein auf das andere, suchen einen warmen Raum, um die Strümpfe zu wechseln. Einen Moment ist man in Versuchung, der Erklärung des Jenaer Stadtjugendpfarrers mit dem Rauschebart und den schelmisch funkelnden Augen zu glauben. Doch das mit den kalten Füßen hat er diesmal ernster als sonst gemeint – im übertragenen Sinn.
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