Müde vom Krieg – und plötzlich Hoffnung
Wenn zwei Menschen sich umarmen, ist das eine schöne Geste, aber kein Grund für Journalisten, darüber zu berichten. Im Juli vergangenen Jahres war das anders. Die Umarmung zwischen Abiy Ahmed, Premierminister von Äthiopien, und Issaias Afwerki, Machthaber Eritreas, ließ Menschen in Freudentränen ausbrechen. Sie läutete einen beispiellosen Friedensprozess zwischen den beiden ostafrikanischen Ländern ein, die seit 1998 verfeindet waren. Rund hunderttausend Menschen waren im Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea gestorben. Laut Experten war der Friedensschluss 2018 vergleichbar mit dem Fall der Berliner Mauer: so überraschend, so weitreichend, so hoffnungsfroh. Eine Umarmung, die einem Wunder glich – und doch von der Welt zunächst kaum beachtet wurde. Denn sie ereignete sich just als das Finale der Fußball-WM übertragen wurde.
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