Sechs lange Tage verharren die Eltern mit ihren Kindern im Dunkeln und auf engstem Raum. Dann endlich öffnen die Fluchthelfer die Ladeklappe. Zwei Familien, die den Weg von Syrien nach Deutschland geschafft haben, erzählen
Den 15. Dezember 2011 werden Coan Mohammed, seine Frau Samira und ihre Kinder Rodi (10), Noshin (7) und Ishmael (3) wohl nie vergessen. In dieser Nacht strandet die Familie auf einer Autobahnraststätte in der Nähe von Braunschweig. Schlepper scheuchen sie aus dem verborgenen Bodenraum eines Lastwagens. »Los, macht schnell. Ihr seid in Deutschland«, sagt einer der Männer. »Wenn ihr gefragt werdet, dann sagt ihr nur ein Wort: Asyl.« Sekunden später verschwinden die Rücklichter des Lkws auf der Autobahn. Coan Mohammed und seine Familie sind endlich in Sicherheit. Seit diesem Tag warten sie in einer kleinen Wohnung in einer Stadt am Rhein auf das Ende der Schrecken – und auf die Rückkehr in ihre Heimat.
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Seit März 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 1,9 Millionen Syrer und Syrerinnen sollen sich nach Angaben der UNO auf der Flucht befinden, darunter eine Million Kinder. Mit viel Glück schaffen es die Menschen in den Libanon, in die Türkei oder nach Jordanien. Nur wenige erreichen Europa. 4852 Asylanträge von Syrern und Syrerinnen verzeichnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im ersten Halbjahr 2013. Unabhängig davon hat sich Deutschland verpflichtet, 5000 Flüchtlinge aufzunehmen. Die ersten 107 sind am 11. September in Hannover angekommen. Sie dürfen zunächst zwei Jahre bleiben.