Peter Kohlgraf
Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz, will – entgegen den römischen Vorgaben – die bisherige Praxis der Laienpredigt in seinem Bistum beibehalten. »Für unser Bistum ändert das Verbot der Laienpredigt in der konkreten pastoralen Praxis nichts«, sagte er in einem Interview mit der Plattform »katholisch.de«. Zwar könne er als Bischof nach dem Nein aus Rom die Laienpredigt weder fördern noch förmlich erlauben, aber »wenn ich davon erfahre, werde ich nicht disziplinarisch eingreifen oder das kirchenrechtlich sanktionieren«. Kohlgraf, der sich immer wieder für behutsame Reformen ausgesprochen hat, findet die vatikanische Argumentation »in manchen Punkten nicht ganz stimmig« und hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht. Die Laienpredigt halte er »mit Blick auf die pastoralen Mitarbeitenden, die theologisch zum Predigen qualifiziert sind«, für einen »Reichtum der Kirche«.
Kohlgraf befürchtet, dass das römische Verbot der Laienpredigt das Denunziantentum innerhalb der katholischen Kirche befeuern werde. »Es gibt Leute, die liturgische Verstöße sofort an den Bischof melden und direkt an mich schreiben. Das gab es davor zwar auch schon, aber nun fordern sie mich dazu auf, dass ich einschreiten muss. Manche schreiben sogar an den Nuntius oder direkt nach Rom.« Kohlgraf werde diese Briefe jedoch lediglich zur Kenntnis nehmen und an die zuständigen Personen weiterleiten.

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