Karl-Heinz Wiesemann
Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer, hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Papst Leo XIV. hat das Rücktrittsgesuch bereits angenommen.
Wiesemann sei bewusst geworden, dass er die Kraft nicht mehr habe, »die ganze Wegstrecke bis zur vollständigen Umsetzung der anstehenden Strukturreformen zu gehen« hieß es in einer Mitteilung des Bistums.
Er sei »mit ganzem Herzen und großer innerer Freude mit Ihnen Christ und für Sie Bischof gewesen«, so Wiesemann. »Dennoch hat die Last der umfänglichen Verantwortung in mir körperlich, wie vor allem seelisch schwerwiegende Spuren hinterlassen«. Wiesemann ist 66 Jahre alt; in der Regel bieten katholische Bischöfe dem Papst mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt an.
Beim Katholikentag in Würzburg hatte Wiesemann im Frühjahr darüber gesprochen, dass er an Depressionen erkrankt sei. Er habe sich eine Auszeit von sieben Monaten nehmen müssen und sei in einer Klinik behandelt worden. Im Gespräch mit dem Entertainer Harald Schmidt sprach Wiesemann darüber, dass Finanzprobleme und Änderungsprozesse im Bistum, aber vor allem der Missbrauchsskandal ihn belastet hätten. Sein hohes Ideal als Priester und Bischof sei zur ständigen Überforderung geworden.
Die Behandlung habe es geschafft, »meine kreativen Quellen wieder freizulegen«, sagte Wiesemann in Würzburg. Er habe gelernt, »sich auf das Positive, auf das Schöne in der Welt zu konzentrieren.«
Wiesemann war seit 2008 Bischof von Speyer. Mit der nun beginnenden Sedisvakanz endet auch die Amtszeit des Generalvikars Markus Magin. Die Mitglieder des Domkapitels werden nun einen Diözesanadministrator wählen, der bis zu Ernennung eines neuen Bischofs die Amtsgeschäfte mit eingeschränkten Rechten weiterführt.

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