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Hilarion Alfejew

Beim abgesetzten »Außenminister« des Moskauer Patriarchats wurde weißes Pulver gefunden. Künftig arbeitet er im Süden Brasiliens.
vom 14.06.2026
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Metropolit Hilarion Alfejew (Foto: pa/dpa/TASS/Sergei Karpukhin)
Metropolit Hilarion Alfejew (Foto: pa/dpa/TASS/Sergei Karpukhin)

Hilarion Alfejew, Erzbischof und früherer »Außenminister« der Russisch-Orthodoxen Kirche, ist von Moskau aus gesehen jetzt ganz weit draußen: Er betreut künftig zwei Kirchengemeinden im Süden Brasiliens. Diese Entscheidung von Patriarch Kyrill wurde damit begründet, dass der 59-jährige Hilarion seine Tätigkeit im tschechischen Karlsbad »aus objektiven Gründen« nicht fortsetzen könne.

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Genau dort war der ranghohe Geistliche nach einigen anderen ungeklärten Wendungen seiner Biographie kürzlich wieder einmal in eine dubiose Affäre geraten. Bei der Kontrolle seines Autos »aufgrund eines anonymen Hinweises«, so die Polizei, fanden sich mehrere Beutel mit einem weißen Pulver. Hilarion wurde für zwei Tage festgenommen. Anschließend teilte sein eigener Telegram-Kanal mit, es habe es sich tatsächlich um einen »verbotenen Stoff« gehandelt; wie dieser ins Fahrzeug geraten sei, diese Frage sei damit aber nicht beantwortet. Der Erzbischof selbst bestritt jeglichen Besitz oder Transport illegaler Ware.

Hilarion, ausgebildeter Musiker und Komponist, studierter und (im schweizerischen Fribourg) habilitierter Theologe, gilt als einer der profiliertesten Intellektuellen der Russischen Orthodoxie. Zum Bischof geweiht 2002, vertrat er als vielsprachiger Diplomat die Moskauer Kirche bei den europäischen Institutionen in Brüssel, wurde Bischof von Österreich und übernahm 2009 das Außenamt des Moskauer Patriarchats. Von dort aus pflegte er rege politische Kontakte, auch bis in den Vatikan – und polemisierte gerne gegen einen »moralisch dekadenten« Westen.

Anders als Patriarch Kyrill in diesem Falle stellte sich Hilarion nie öffentlich hinter Wladimir Putins Überfall auf die Ukraine – protestierte aber auch nie dagegen. Warum er in jener Zeit das kirchliche »Außenministerium« urplötzlich entzogen bekam und warum man ihn von Moskau nach Budapest versetzte, ist offen. War es eine Degradierung? Oder wollten das kirchliche und das politische Moskau bei Putin-Freund Orbàn einen starken kirchlichen Brückenkopf behalten?

Jedenfalls verlieh ihm Ungarns damaliger Regierungschef auffallend schnell die Staatsbürgerschaft – und Hilarion fiel mit luxuriösem Lebensstil auf. Auch wirft man ihm einen Sexskandal vor. Er streitet ab.

Das Moskauer Patriarchat allerdings suspendierte Hilarion »wegen ungebührlichen Verhaltens« Ende 2024 von allen kirchlichen Ämtern und schickte ihn nach Karlsbad in den vorgezogenen Ruhestand.

Vor zwei Wochen nun schien es, Hilarion sei in Moskau wieder wohlwollend aufgenommen worden. Am 1. Juni, am orthodoxen Pfingstfest, zelebrierte er dort den Festgottesdienst in der Dreifaltigkeitskathedrale – gemeinsam mit Patriarch Kyrill.

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