Christian Würtz
Christian Würtz, bislang Weihbischof in Freiburg, wird neuer Bischof im Bistum Eichstätt. Der Vatikan und das Bistum teilten mit, dass der promovierte Jurist und Kirchenhistoriker die Nachfolge von Bischof Gregor Maria Hanke antreten wird. Der Zeitpunkt der Amtseinführung steht laut Bistum noch nicht fest. Mit 55 Jahren ist Würtz derzeit der jüngste katholische Ortsbischof in Deutschland.
Der künftige Eichstätter Hirte wurde 1971 in Karlsruhe geboren und studierte nach seinem Zivildienst zunächst Jura; parallel zur Arbeit an seiner Promotion studierte er Theologie. 2006 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht. Nach seiner Vikarszeit arbeitete er an einer Dissertation über die Priesterausbildung im Erzbistum Freiburg im Nationalsozialismus. 2011 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. Nach einer Zeit in der Pfarrseelsorge wurde er 2018 Stadtdekan und Dompfarrer in Freiburg; 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof, dem damals jüngsten in Deutschland.
Das Bistum Eichstätt ist mit gut 330 000 Kirchenmitgliedern eines der kleinen Bistümer in Deutschland. Bedeutung erhält es durch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die einzige katholische Universität Deutschlands, und durch das Collegium Orientale, ein Studienkolleg für Priesterkandidaten verschiedener Ostkirchen.
Der Bisherige Bischof des Bistums, der Gregor Maria Hanke, war Pfingsten 2025 vorzeitig zurückgetreten. Als Grund führte er unter anderem »innere Ermüdung« an. In den Jahren zuvor war das Bistum von einem Finanzskandal erschüttert worden: Der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor hatte gemeinsam mit einem Unternehmer rund 60 Millionen Dollar Bistumsgeld ungesichert in riskante US-Immobilienprojekte investiert. Über die Hälfte der Summe konnte durch Vergleiche zurückgeholt werden.

Personen und Konflikte