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Gesellschaft
Welche Freiheit wollen wir?

Wir müssen neu über das das Verständnis von Freiheit nachdenken, wenn wir auf die globalen Probleme eine Antwort finden wollen. Die Debatte um einen angemessenen Umgang mit ihr gehört in die Mitte der politischen Diskussion. Ein Kommentar
von Michael Schrom vom 19.11.2021
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Zerbrechliche Grundlage: Politische Freiheit ist nicht einfach da, sondern muss immer wieder neu ausgehandelt werden. (Illustration: PA/Ikon Images/Gary Waters)
Zerbrechliche Grundlage: Politische Freiheit ist nicht einfach da, sondern muss immer wieder neu ausgehandelt werden. (Illustration: PA/Ikon Images/Gary Waters)

Die Klimakonferenz und die Pandemie haben bei aller Verschiedenheit in der Sache eine tiefere philosophische Frage gemeinsam. Sie lautet: Welche Freiheit wollen wir? Immer offensichtlicher wird, dass der vorherrschende, auf individualisierte Ansprüche enggeführte Freiheitsbegriff nicht ausreicht, um drängende Menschheitsprobleme zu lösen. Leider hat im allgemeinen Sprachgebrauch die Vorstellung überhand genommen, dass Freiheit vor allem im Freisein von Regelungen, Vorgaben, Normen und Pflichten bestehe. Alle Aufforderungen zum Verzicht, seien sie transzendent oder immanent begründet, stehen unter dem Verdikt der Freiheitsfeindlichkeit. So heißt es verharmlosend mit Blick auf die steigende Inzidenz, der Staat dürfe lediglich ein »Angebot« machen . Und auch bei der ökologischen Krise gilt die Maxime: bloß keine Maßnahmen beschließen, die die (Konsum-)Freiheit einschränken. Sobald nur ein entsprechender Verdacht im Raum steht, sprechen »besorgte Bürger« wahlweise von einer Impf- oder Ökodiktatur, gegen die Freiheitsansprüche geltend gemacht werden.

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