Ausstellung: Alexandra Grant
Frauenstimmen für ein besseres Morgen
Ausstellung. Ein Perspektivwechsel kann hilfreich sein, wenn alles ausweglos scheint. Das zeigt die US-Künstlerin Alexandra Grant mit ihrer ersten Einzelschau in Deutschland im Neuen Museum Nürnberg. Mitten hinein in die Flut von Nachrichten über Kriege oder ökologische Krisen leuchtet ihre Botschaft der Hoffnung, die zugleich der Titel ihrer Ausstellung ist: »Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben«.
Grants Visionen von einer anderen Welt sind eng mit den Stimmen anderer Frauen verbunden, deren literarische Texte sie in Bilder übersetzt. Vier der acht Schriftstellerinnen haben einen Bezug zu Nürnberg. Unter ihnen ist die 1277 geborene Mystikerin Christine Ebner. Ihr wird das Engelthaler Schwesternbuch zugeschrieben, das im Mittelalter im Nürnberger Dominikanerinnenkloster entstand. Doch auch Texte von zeitgenössischen Autorinnen wie die der Poetry-Slammerin Pauline Füg haben Grants Ausstellung inspiriert.
In den acht großformatigen Arbeiten verbindet Alexandra Grant ihre Kunst mit anderen weiblichen Sichtweisen auf Themen wie Ausgrenzung, Migration, Mutterschaft, Selbstwahrnehmung, Gleichberechtigung und Miteinander. Sie stellt damit auch die Frage, wem eine Stimme gegeben wird, nicht nur in Kunst und Literatur. »In jeder Branche sind Frauen in der Minderheit. Ob in der Kunst, im Schreiben, im Weinbau oder als Geschäftsführerin eines Unternehmens«, sagt die Künstlerin. Es müsse anerkannt werden, dass weibliche Stimmen vom Patriarchat damals wie heute unterdrückt und benachteiligt wurden.
Alexandra Grants Schau aber geht darüber hinaus. Indem sie die Gestaltungskräfte und die einander stärkende Gemeinschaft von Frauen ins Zentrum rückt, macht sie sie zu Trägerinnen einer Hoffnung auf ein besseres Morgen. Und damit zu leuchtenden Sternen in einer Welt, die bisher durch Männer geformt wurde.

