Liturgie
Der alte Papst und die Alte Messe
In der deutschen Kirche hat die Entscheidung von Papst Franziskus, die tridentinische Messe wieder ins liturgische Museum zu schicken, aus dem sie sein Vorgänger spektakulär befreit hatte, meist nur Achselzucken ausgelöst. Hierzulande hatte sie nie eine große Anhängerschaft, weder unter den Gläubigen noch im Klerus. Dagegen konnte Martin Mosebach anschreiben, soviel er wollte. Die von ihm beklagte »Häresie der Formlosigkeit« wurde nicht als theologisches Problem angesehen, sondern allenfalls als persönliche Geschmacksfrage. Zu Recht. In Frankreich, besonders aber in den USA, ist die Situation anders. Dort wurde die Alte Messe zu einem Identitätsmarker all jener, die die Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils – darunter das Bekenntnis zur Religionsfreiheit und die Neubestimmung des Verhältnisses zu den Juden – ablehnten. Dass Franziskus nun eingegriffen hat, ist gut und richtig.
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