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Kino: »Was haben wir gelacht«
Frauen sind nicht lustig

Wer lacht, hat Macht. Der Dokumentarfilm »Was haben wir gelacht« zeigt, wie unverfroren sexistisch Fernsehunterhaltung war.
von Birgit Roschy vom 22.07.2026
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Im Dokumentarfilm »Was haben wir gelacht« ist Hella von Sinnen eine von fünf Pionierinnen, die zurückschaut auf sexistische Fernsehunterhaltung. Im Hintergrund auf dem Bildschirm ihre Kollegin Maren Kroymann in den 1990er-Jahren. (Foto: © Basis Berlin Filmproduktion / ZDF / Thomas Lütz via Filmstarts.de)
Im Dokumentarfilm »Was haben wir gelacht« ist Hella von Sinnen eine von fünf Pionierinnen, die zurückschaut auf sexistische Fernsehunterhaltung. Im Hintergrund auf dem Bildschirm ihre Kollegin Maren Kroymann in den 1990er-Jahren. (Foto: © Basis Berlin Filmproduktion / ZDF / Thomas Lütz via Filmstarts.de)

Kino. Frauen sind einfach nicht lustig. Das war das Credo der Fernsehgewaltigen bis in die 2000er-Jahre. Als Ansagerinnen und lächelnde Assistentinnen waren Frauen zwar unverzichtbare Hingucker. Doch der Beruf des weiblichen Comedians existierte nicht.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 14/2026 vom 24.07.2026, Seite 55
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In diesem Dokumentarfilm blicken fünf Pionierinnen zurück auf ihre Anfänge in einer Welt, in der Männer bestimmten, über wen Witze gerissen werden durften. Denn wer lacht, hat die Macht. Als Maren Kroymann erste selbstverfasste Sketche präsentieren wollte, hörte sie: »Du singst dein Liedchen, läufst zweimal über die Bühne und wackelst mit dem Arsch.« Esther Schweins empfand ihre Schönheit als Makel, weil sie permanenten Anzüglichkeiten ausgesetzt war. Hella von Sinnen verweigerte sich von ihren ersten Auftritten auf Karnevalssitzungen an frauenfeindlichen Witzen, woraufhin die Herren den Saal verließen. Dank des experimentierfreudigen Privatfernsehens gelang es ihr, sich als lesbische Komikerin mit Anarcho-Humor ihre eigene Nische zu schaffen.

Der Film zeigt ein Potpourri prägnanter Szenen aus alten TV-Shows und lässt sie von den fünf, darunter auch Comedian Gaby Köster und Moderatorin Bettina Böttinger, kommentieren. Halb amüsiert und halb entsetzt erlebt man mit ihnen den unverfroren sexistischen Zeitgeist, wie ihn gerade die Zugpferde der TV-Unterhaltung, Harald Schmidt und Thomas Gottschalk, verkörperten. Dessen mit Bubencharme ausgeführtes Getätschel auf der berüchtigten »Wetten dass«-Couch erzeugt bei Esther Schweins bis heute Herzrasen. Demütigende Situationen, in denen Frauen gute Miene zum bösen Spiel machen mussten, kennt jede. So erzählt dieser Dokumentarfilm Fernsehgeschichte – und führt zugleich vor Augen, welche Zumutungen Frauen bis heute ertragen.

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