Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:
Artikel vorlesen lassen

Zukünfte gesucht: Das Futurium in Berlin ist Museum und Zukunftslabor in einem

von Josefine Janert vom 26.01.2020
Angesichts der Krisen in der Welt verfallen manche Menschen in Verzweiflung und lähmenden Pessimismus. Doch dafür gibt es keinen Grund, sagen Zukunftsforscher und Theologen
Auch für ihn ist die Zukunft neu: Roboter Pepper im Futurium (Foto: pa/von Jutrczenka)
Auch für ihn ist die Zukunft neu: Roboter Pepper im Futurium (Foto: pa/von Jutrczenka)

Sieht so die Wahlkabine der Zukunft aus? Nachdem ich sie betreten und den Vorhang hinter mir geschlossen habe, stehe ich vor einem Bildschirm. Er zeigt mein Gesicht, das von einer Kamera gescannt wird. Sekunden später teilt mir das Computerprogramm mit, welcher Partei ich bei der Bundestagswahl angeblich meine Stimme gebe: der SPD, behauptet die künstliche Intelligenz. Sie hat meine Gesichtszüge mit denen der Bundestagskandidaten aller Parteien verglichen – und bei der SPD die größte Übereinstimmung gefunden.

Willkommen im Futurium, einem Museum, das den gesellschaftlichen Dialog über die Zukunft anregen soll. Es wurde 2019 in Berlin eröffnet. Auf drei Etagen können sich die Besucher nun mit Themen wie Klimawandel und technischer Fortschritt auseinandersetzen. Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Welche Rolle soll Gentechnik in der Medizin spielen? Das Futurium ist kein Museum alten Stils, in dem man nichts anfassen darf. Im Gegenteil: Überall laden Wissensfragen und Tests zum Mitmachen ein.

Im Keller steht das Zukunftslabor mit der Wahlkabine. »Dieses Exponat ist ironisch gemeint, hat aber einen ernsten Kern«, sagt Stefan Brandt, Direktor des Futuriums. »Wir behaupten nicht, dass künstliche Intelligenz tatsächlich vom Gesicht ablesen kann, was der Mensch wählt. Wir spielen aber auf aktuelle Debatten an: Wie weit darf Gesichtserkennung gehen?« In einigen Ländern, die »nicht demokratisch regiert werden«, würden solche Methoden bereits genutzt, um Menschen herauszufiltern, die aus Sicht des Regimes gefährlich seien.

Es gibt viele Wege in die Zukunft

Im Futurium geht es also nicht bloß darum, wie die Technik in den nächsten

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen