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Geist & Sinn
Lob des Schattens

Alles Wirkliche existiert an der Grenze von Licht und Dunkel. Unser eigentlicher Lebensraum ist die Dämmerung. Christian Lehnert über ein Gedicht von Gérard Macé.
von Christian Lehnert vom 03.09.2026
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(Foto: imago/opale.photo/Francesca Mantovani)
(Foto: imago/opale.photo/Francesca Mantovani)

Schatten sind Übergangsphänomene. Sie haben ihr natürliches Dasein an der Grenze von Licht und Dunkel, sie wachsen und bewegen sich vor allem in der Dämmerung, wenn das Sonnenlicht schräg einfällt und allmählich verblasst oder erstrahlt. Schatten sind Zeichen, in ihnen erscheint ein Baum oder ein Haus als Umriss, als Hinweis – aber ihre Zeichenhaftigkeit ist nie zu lösen von der realen Existenz eines Körpers. Sie sind dessen Spur.

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Schlagwörter: Christian Lehnert Poesie
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