Kinderporno-Verdacht in Limburg
Die Limburger Pressekonferenz am späten Donnerstag Vormittag war eine quälende, aber von Bistumssprecher Stephan Schnelle mit Sachlichkeit gemeisterte Viertelstunde. Die versammelten Journalistinnen und Journalisten wollten wissen, was dran sei an dem Gerücht, ein hochrangiger Mitarbeiter des Bistums sei der Nutzung kinderpornografischer Websites und Schriften verdächtig. Schnelle bestätigte »einen Anfangsverdacht«, nannte aber keinen Namen und keine konkreten Funktionen des Mannes: »Solange er nicht verurteilt ist, gilt die Unschuldsvermutung.«
Der Fall sei durch die Staatsanwaltschaft ins Rollen gebracht worden, die beim Bistum um Mithilfe bei der Recherche gebeten habe. Ein bestimmter Account war der Staatsanwaltschaft aufgefallen. Von dort wurden offenbar über einen längeren Zeitraum kinderpornografische Websites angesteuert.
Der Mitarbeiter – nach gesicherten Informationen ein verheirateter Mann, der schon mehrere Jahre im kirchlichen Dienst des Bistums Limburg tätig ist – ist laut Schnelle »seit vergangener Woche« vom Dienst freigestellt. Das Bistum arbeite »mit der Staatswaltschaft zusammen«, um die Vorwürfe möglichst schnell aufzuklären. Man richte sich dabei selbstverständlich nach den bischöflichen Leitlinien, sagte der Bistumssprecher. Diese Leitlinien der katholischen deutschen Bischöfe waren nach dem Offenbarwerden des sog. Missbrauchsskandals im Jahr 2010 entwickelt worden. Sie verlangen u.a. eine offensive Mitarbeit kirchlicher Stellen bei der Aufklärung von Verdachtsfällen.
Das Bistum Limburg – das mit Georg Bätzing erst seit Kurzem einen neuen Bischof hat, der nach dem Bau- und Finanz-Skandal um seinen Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst Ruhe und neue Kollegialität in das Bistum bringen soll – ist damit wieder in den bundesweiten Schlagzeilen. Stephan Schnelle machte in einem Telefonat mit Publik-Forum deutlich, dass man sich der Notwendigkeit offensiver und gründlicher Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft bewusst sei. Auch die Vergangenheit des Mitarbeiters, der nun unter Verdacht stehe, nehme man genau unter die Lupe: »Wir klären die Sache auf!«
