Die Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV.
Erst kommt der Mensch, dann kommt die Technik
Alle reden über Künstliche Intelligenz (KI), nun also auch Papst Leo XIV. Ist das nach allem, was längst bis zum Überdruss gesagt, geschrieben und vielfach wiederholt wurde, überhaupt noch einer Erwähnung wert, außer dass nun auch der Papst mitredet? Ja unbedingt – die Enzyklika Magnifica Humanitas ist ein Ereignis. Sie hat das Zeug, zu einer weltweit beachteten Orientierung in krisenhaften Zeiten zu werden, weit über das Christentum hinaus. Der Titel, benannt nach den ersten Worten der lateinischen Fassung, klingt wie eine Provokation: Magnifica Humanitas – Großartige Menschheit. In einer Zeit, die gekennzeichnet ist von Kriegen und geopolitischen Spannungen, vom Ansehensverlust der Demokratie, von der Plünderung der Ressourcen des Planeten, von einem Klimawandel und nicht endenden humanitären Katastrophen könnte dieser Beginn zynisch wirken. Aber Leo meint es ernst. Auf dem Boden des biblischen Glaubens hält er auf eine geradezu liebenswürdig sture Weise an einem positiven, ja liebevollen Blick auf Menschen und die Menschheit fest. Immer wieder spürt man die hohe Wertschätzung von Menschenwürde, Mitmenschlichkeit, Solidarität und die Sorge um die Schwächsten. Das Schreiben gründet in dem Glauben, dass Menschen von Gott geliebte Kinder sind – ohne dass es zu dick aufgetragen wird.
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Armin Grunwald, Mitglied des Deutschen Ethikrates von 2021 bis 2025, ist Professor für Philosophie und Ethik der Technik am Karlsruher Institut für Technologie und leitet das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag.

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