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»Über Träume reden«

Wenn Feinde zu Freunden werden: Ein kaukasisch-deutsches Friedensnetzwerk verbindet, wo einst Gewalt und Krieg war
von Marina Grasse vom 17.12.2010
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Große Worte sind Sergejs Sache nicht. Taten dagegen schon. 24 Jahre war er alt, als in seiner Heimat Nord-Ossetien 331 Menschen an der Schule von Beslan von tschetschenischen Terroristen getötet wurden. Seine beiden Geschwister überlebten. Vor sechs Jahren erschütterte das Massaker die Welt, heute ist es fast vergessen. Sergej besuchte damals mit seinem Freund die Eltern, die ihre Kinder verloren hatten. Er sprach mit ihnen, um zu verhindern, dass die Männer mit Waffen gegen die vermeintlichen Attentäter vorgingen, um den Tod ihrer Kinder zu rächen. Und er hatte Erfolg: Es kam zu keinen Rachefeldzügen. Heute arbeitet der eher schmale Sergej mit Jugendlichen in Beslan und Umgebung. Er organisierte einen Boxclub für Jungen und später auch für Mädchen. Und er gründete eine Jugendorganisation, um eine Alternative zu den zunehmend attraktiver werdenden militarisierten und nationalistischen offiziellen Jugendverbänden in Beslan zu schaffen.

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