Gier
Die Habgier, eine der sieben Todsünden, ist durch die Finanzkrise nicht nur wieder salonfähig geworden – sie scheint ein wichtiges Denkmuster zu sein, um zu verstehen, was in den Jahrzehnten vor der Finanzkrise schiefgelaufen ist. »Die Gier war grenzenlos«, bekennt eine Börsenhändlerin, von der »Gier der Manager« ist allenthalben die Rede, und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) weitet in seinem Papier zur Finanzkrise diese Diagnose noch aus: Die »Gier«, also eine »Mentalität des schnellen Geldes«, sei »in der gesamten Gesellschaft« anzutreffen. Im gleichen Papier heißt es auch: »Ausgangspunkt der Finanzmarktkrise ist nach dem weithin übereinstimmenden fachlichen Urteil ein Mangel an Verantwortung, bis hin zur Verantwortungslosigkeit.«
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Christoph Fleischmannist evangelischer Theologe und Publizist. Zur Geschichte des Wirtschaftsdenkens schrieb er jüngst das Buch: Gewinn in alle Ewigkeit. Kapitalismus als Religion. Rotpunktverlag Zürich. Das Buch kann im Shop von Publik-Forum bestellt werden: Best.-Nr. 8627
