Runter vom Balkon!
In einem Brief an den Rektor der Katholischen Universität Argentiniens hat Papst Franziskus erneut gefordert, dass die Theologie und die kirchliche Hierarchie aufhören müssen, die Welt vom Balkon aus zu beobachten. Sie sollen auf die Straße gehen, um in Barmherzigkeit demjenigen Hoffnung zu schenken, der auf der Straße ist. Die Worte des Papstes klingen in der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung nicht neu. Aber Franziskus bewirkt eine stärkere Wahrnehmung: Es geht darum, sich in jenen Teil der Welt zu begeben, den die Weltkarte immer »unten« verortet hat, auch wenn man weiß, dass es im Universum kein »Oben« und »Unten« gibt. Dieser »Süden« kann auch auf den Straßen Bostons gefunden werden. Für die Theologie bedeutet das: Dialog mit den zeitgenössischen Kulturen einer immer komplexeren Welt. Dabei ist es ratsam, dem Prinzip zu folgen, dass »das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile«. Sechs Stichworte:
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Luiz Carlos Susin lehrt Theologie in Rio Grande do Sul und Porto Alegre. Er ist Generalsekretär des Weltforums für Befreiungstheologie.
