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Einheit – trotz allem

Der zunehmende Rechtsextremismus beherrscht die politische Debatte in Ost und West. Verkannt wird dabei, was der Mauerfall am 9. November 1989 allen Deutschen gebracht hat. Ein Essay
von Bettina Röder vom 26.10.2018
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Der Intendant der Köthener Bachfesttage, Folkert Uhde, ist sauer. »Eine Stadt duckt sich weg«, hatte die Zeit nach den rechten Aufmärschen in der anhaltischen Residenzstadt getitelt. Das Gegenteil sei richtig, erklärt der in Wilhelmshaven an der Nordsee aufgewachsene Kulturmanager in einem Rundfunkbeitrag. Die Stadtgesellschaft sei zusammengerückt, diskutiere gemeinschaftlich, wie man Hass und Hetze begegnen könne und die eigene Stadt vor Gewalt schützen. Nur Stunden, nachdem die Meldung vom Tod des 22-jährigen Kötheners in der Auseinandersetzung mit drei Flüchtlingen über den Ticker ging, habe es am Nachmittag einen Gedenkgottesdienst gegeben. Erst danach, am Abend, seien rechte Gruppen zu einem »Trauermarsch« angereist.

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