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Vom Feind zum Bruder

Nie waren sich Juden und Christen näher – doch es gibt noch viel zu tun
von Norbert Reck vom 27.10.2017
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Die Gespräche zwischen Juden und Christen, so heißt es in letzter Zeit öfter, hätten sich totgelaufen. Sie seien ohnehin nur Austausch von Nettigkeiten ohne theologische Substanz gewesen. Der evangelische Theologe Notger Slenczka spricht sich sogar dafür aus, das Alte Testament nicht mehr unter die heiligen Schriften der Christen zu rechnen, denn es sei ein jüdisches Buch und wende sich gar nicht an Christen. Auf katholischer Seite kämpfen die (exkommunizierten) Piusbrüder und ihre Gesinnungsgenossen gegen das Konzilsdokument »Nostra Aetate«, das wegen seines Respekts gegenüber anderen Religionen als Gründungsurkunde des christlich-jüdischen Dialogs gelten kann. Aber auch jüdische Autoren äußern sich kritisch: Der Diplomat Shimon Stein und der Historiker Moshe Zimmermann verwahrten sich in der »Zeit« gegen den Begriff der »christlich-jüdischen Gemeinschaft« und ihrer missbräuchlichen Rede.

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