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Das holländische Paradox

Ausgerechnet in den stark säkularisierten Niederlanden – dem diesjährigen Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse – beschäftigen sich Schriftsteller wieder intensiv und originell mit Religion und Glaube
von Johan Goud vom 21.10.2016
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Noch bis in die 1960er-Jahre hinein pflegten prominente niederländische Schriftsteller eine überwiegend religionskritische Einstellung. Der äußerst populäre Eduard Douwes Dekker, bekannt unter dem Pseudonym Multatuli (1820-1887), der Literaturkritiker Menno ter Braak (1902-1940) oder der Schriftsteller Willem Frederik Hermans (1921-1995) – sie alle waren scharfe Religionskritiker, Geistesverwandte von Nietzsche oder Feuerbach. Die vehemente Ablehnung bis hin zur offenen Polemik (etwa in Hermans’ Buch »Das sadistische Universum«) hängt mit der jahrhundertelangen Dominanz der Religion in der Geschichte der Niederlande zusammen. Während die öffentliche Debatte in Frankreich und Deutschland vielfach von Philosophen und Literaten beherrscht wurde, gaben in den Niederlanden die Theologen den Ton an.

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