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Aufwachen aus dem Dämmerschlaf!

Der Weg in die Freiheit beginnt mit dem Durst nach Wissen, dem Hunger nach Gerechtigkeit und dem Verweigern von Beruhigungspillen. Anmerkungen zu einer unerledigten Revolution
von Ruth Misselwitz vom 10.10.2014
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Mit allem haben wir gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten.« Dieser verwunderte Ausspruch eines führenden DDR-Funktionärs machte im Oktober 1989 die Runde. Am 7. Oktober wollte die DDR ihren 40. Geburtstag feiern. Im Lande aber brodelte es. Überall gab es Protestaktionen und Demonstrationen. In Berlin kam es vor der Gethsemanekirche zu Übergriffen auf die Demonstranten. Andernorts sah es nicht anders aus. Die Armee stand in Alarmbereitschaft, die Kampfgruppen und Bereitschaftspolizei wurden in Stellung gebracht. Dann kam der entscheidende 9. Oktober. In Leipzig befürchteten die Menschen, dass bei der Montagsdemonstration bewaffnete Truppen zum Einsatz kommen könnten. Da kam der Aufruf zur Gewaltlosigkeit aus den Kirchen wie auch von einer Gruppe um den Dirigenten Kurt Masur. Das Wunder geschah. Trotz Drohungen und großer Angst kamen 70 000 Menschen, und die Armee griff nicht ein. Die Revolution nahm ihren gewaltlosen Verlauf.

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