Die widersprüchliche Welt der Misswahlen
Kino. 1970 durften hundert Millionen Fernsehzuschauer der »Miss World«-Wahl live miterleben, wie Entertainer Bob Hope nach einem besonders schmierigen Witz mit Mehlbomben beworfen wurde. Dieser Spielfilm erzählt aus mehreren Perspektiven die Hintergründe dieser spektakulären Attacke, die als Initialzündung des modernen Feminismus gilt. Hauptakteurin ist die alleinerziehende Mutter und Studentin Sally Alexander (Keira Knightley), die, mehr gedrängt als freiwillig, zum Sprachrohr ihrer Frauengruppe ernannt wird. Unter den nationalen Schönheitsköniginnen, die vor der Gala in der Londoner Royal Albert Hall unter dem strengen Regiment des Veranstalter-Ehepaares Morley das Lächeln und Stolzieren in Stöckeln proben, werden »Miss Grenada« und »Miss Südafrika« hervorgehoben. Im Gegensatz zu den »Emanzen«, die in der Show eine demütigende Fleischbeschau sehen, ist für die beiden Schwarzen Frauen allein schon ihre Teilnahme ein gesellschaftlicher Durchbruch: ein antirassistisches Fanal. Und dann ist da Bob Hope, ein alter Chauvi, der die Welt nicht mehr versteht. Was genau ist denn so schlimm am Patriarchat?
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